Padelradar
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10. September 20267 Min. Lesezeit

Padel-Übungen: 10 Drills für Training zu zweit, zu dritt und zu viert

Wer nur Matches spielt, wird besser – aber langsam. Im Match schlägst du eine Bandeja alle drei Minuten; in einer Übung schlägst du dreißig in fünf Minuten. Genau das ist der Unterschied zwischen Spielern, die nach einem Jahr auf Playtomic-Level 3 stehen, und denen, die bei 2 hängen bleiben. Hier sind zehn Übungen, die auf jedem Platz mit zwei bis vier Spielern funktionieren, sortiert nach dem, was sie trainieren – dazu ein Wochenplan und die Fehler, die ein Training wertlos machen.

Vorab: So wird aus einer Übung Training

Drei Regeln, die für alle zehn Übungen gelten. Erstens: Zählen. Jede Übung hat ein Ziel (zehn Volleys in Folge, sieben von zehn Lobs in der Zone). Ohne Zahl ist es Einschlagen, keine Übung. Zweitens: Ein Thema pro Einheit. Zwanzig Minuten Bandeja bringen mehr als fünf Minuten von allem. Drittens: Steigern. Wird das Ziel zweimal in Folge erreicht, wird die Übung schwerer – kleinere Zone, schnellerer Ball, ein Schritt weiter hinten.

Und: Übungen brauchen keine Trainerin und keine Ballmaschine. Ein Partner, eine Dose Bälle und ein freier Platz reichen – am günstigsten vormittags.

Übungen zu zweit: Netzspiel und Verteidigung

  • 1. Volley-Kette. Beide am Netz, ein Ball wird per Volley hin und her gespielt, ohne Aufsprung. Ziel: 20 in Folge, dann 30. Steigerung: nur cross, dann nur longline, dann abwechselnd. Trainiert Schlägerhaltung, kurze Ausholbewegung, Beinarbeit am Netz.
  • 2. Bandeja-Lob-Wechsel. Spieler A am Netz, B an der Grundlinie. B lobt, A spielt Bandeja tief in die Ecke, B nimmt den Ball nach der Wand und lobt wieder. Ziel: 10 Wechsel ohne Fehler. Steigerung: A muss die Bandeja auf B's Rückhandseite spielen. Wie die Bandeja technisch geht: Bandeja lernen.
  • 3. Rückwand-Verteidigung. A spielt vom Netz Bälle in die Rückwand-Ecke von B, mal hart, mal weich. B lässt jeden Ball an die Wand und spielt ihn danach zurück – erst hoch als Lob, dann flach als Gegenangriff. Ziel: 8 von 10 Bällen zurück ins Feld. Der wichtigste Drill für Tennis-Umsteiger, die den Ball reflexhaft vor der Wand nehmen.
  • 4. Doppelwand-Ecke. Wie Übung 3, aber A spielt den Ball so, dass er Seitenwand und Rückwand berührt. B muss die Flugbahn lesen und den Ball erst nach der zweiten Wand nehmen. Ziel: 6 von 10. Die Übung, die den Unterschied zwischen Level 2 und Level 3 macht.

Übungen zu zweit: Aufschlag, Return, Chiquita

  • 5. Aufschlag-Return-Serie. A schlägt zehn Aufschläge auf dieselbe Seite, B returniert jeden – abwechselnd als Lob und als flachen Ball auf die Füße des Aufschlägers, der ans Netz läuft. Ziel: 7 von 10 Returns in die hintere Platzhälfte. Danach Seitenwechsel. Trainiert den einzigen Ballwechsel, der in jedem Punkt vorkommt.
  • 6. Chiquita-Übung. A am Netz, B hinten. B spielt jeden Ball als Chiquita – flach, weich, auf die Füße von A –, A muss den Ball von unten volleyieren und darf nicht angreifen. Ziel: 10 Chiquitas in Folge, bei denen A unter Netzhöhe trifft. Die Chiquita ist der Schlag, mit dem man aus der Verteidigung ans Netz kommt.
  • 7. Lob-Zielzonen. Mit Hütchen oder Handtüchern zwei Zonen im letzten Meter vor der Rückwand markieren. B spielt aus dem Halbfeld Lobs, die in der Zone landen sollen; A gibt Bälle vor. Ziel: 6 von 10. Ein Lob, der einen Meter kürzer landet, ist eine Bandeja für den Gegner.

Übungen zu dritt und zu viert

  • 8. Zwei gegen einen am Netz. Zwei Spieler hinten, einer vorne. Die beiden hinten dürfen nur lobben und Chiquitas spielen, der vordere muss jeden Ball aus der Luft nehmen. Nach zehn Punkten rotieren. Ziel für den Netzspieler: 5 von 10 Punkten. Trainiert Bandeja und Víbora unter Dauerdruck – und die Beine.
  • 9. Königsplatz (King of the Court). Zu viert: Ein Paar ist König am Netz, das andere greift von hinten an. Gewinnt das angreifende Paar den Punkt, wechselt es nach vorne. Wer nach 15 Minuten die meisten Punkte am Königsplatz gesammelt hat, gewinnt. Mit mehr als vier Spielern verwaltet der Turnier-Planer das Format inklusive Zählung.
  • 10. Ballkontakte zählen. Ein normales Match, aber jemand am Rand zählt Schläge und Fehler je Spieler – mit dem Padelcounter geht das per Tipp auf dem Handy. Danach weiß jeder, wie viele seiner Punkte über die Bandeja kamen und wie viele Fehler beim Return. Das ist die ehrlichste Trainingsdiagnose, die es gibt.

Wochenplan: zweimal oder dreimal pro Woche

Zwei Einheiten pro Woche: Einheit 1 = 20 Minuten Übungen 1 bis 4 (Netz und Wand), dann 40 Minuten Match. Einheit 2 = 20 Minuten Übungen 5 bis 7 (Aufschlag, Chiquita, Lob), dann 40 Minuten Match. Drei Einheiten: Dazu eine reine Übungseinheit von 60 Minuten mit den Übungen 8 und 9, in der niemand ein Match spielt. Anfänger bleiben die ersten Wochen bei 1, 3, 5 und 7 – Volley, Wand, Aufschlag, Lob – und lassen Chiquita und Víbora weg. Fortgeschrittene hängen an jede Einheit zehn Minuten Doppelwand (Übung 4) an, weil dort die meisten Punkte verloren gehen.

Ob der Plan wirkt, sieht man nach sechs Wochen im Match: weniger Fehler nach der Wand, mehr gewonnene Punkte am Netz. Wer das messen will, spielt alle sechs Wochen ein Match mit dem Padelcounter – oder meldet sich für ein Turnier an, denn nichts zeigt Fortschritt deutlicher als der zweite Auftritt beim selben Level.

Die Fehler, die ein Training wertlos machen

  • Zu viel Tempo. Übungen laufen mit 70 Prozent Kraft. Wer jeden Ball voll schlägt, übt Fehler.
  • Kein Ziel. „Wir spielen mal ein paar Bandejas“ ist keine Übung. Zahl festlegen, zählen, aufschreiben.
  • Immer dieselbe Seite. Übungen auf beiden Seiten spielen – Vorhand- und Rückhandseite, links und rechts vom Partner.
  • Übungen ohne Beine. Nach jedem Schlag zurück in die Ausgangsposition, sonst trainierst du eine Bewegung, die es im Match nicht gibt.
  • Falsches Material. Platte Bälle machen jede Übung schwerer als nötig, ein zu schwerer Schläger den Arm nach 20 Minuten müde. Was Bälle taugen und welcher Schläger zu dir passt: Padelbälle und Schläger-Finder.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich Padel trainieren, um besser zu werden?

Zweimal pro Woche mit je 20 Minuten gezielter Übung vor dem Match reicht, um in sechs Wochen sichtbar besser zu werden. Dreimal pro Woche mit einer reinen Übungseinheit ist der Weg von Level 3 auf 4. Einmal pro Woche nur Match hält das Niveau, hebt es aber kaum.

Kann ich Padel-Übungen alleine machen?

Eingeschränkt. Alleine gehen Volleys gegen die Glaswand (Ball an die Wand spielen und aus der Luft nehmen), Aufschläge auf Zielzonen und die Rückwand-Verteidigung mit selbst angespielten Bällen. Alles mit Lob und Bandeja braucht einen Partner – oder eine Ballmaschine, die manche Hallen verleihen.

Welche Übungen sind für Padel-Anfänger geeignet?

Volley-Kette, Rückwand-Verteidigung, Aufschlag-Return-Serie und Lob-Zielzonen. Die vier decken die Grundlagen ab: den Ball aus der Luft nehmen, den Ball nach der Wand spielen, den Punkt sicher eröffnen und den Gegner vom Netz weglobben. Chiquita, Víbora und Doppelwand kommen ab Level 3.

Welche Übungen gehen zu dritt?

Zwei gegen einen am Netz (die beiden hinten lobben und spielen Chiquitas, der vordere nimmt alles aus der Luft), Aufschlag-Return mit einem Zuspieler und alle Zweier-Übungen mit rotierender Pause. Nach zehn Punkten wird gewechselt, damit niemand lange steht.

Wie messe ich, ob das Training wirkt?

Am Match: Zähle alle sechs Wochen ein Spiel mit – Fehler nach der Wand, gewonnene Punkte am Netz, Return-Fehler. Der Padelcounter macht das per Tipp am Handy. Sinken die Wandfehler und steigen die Netzpunkte, wirkt das Training. Der zweite Auftritt beim selben Turnierlevel ist der andere ehrliche Test.

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